O Amenal – Santiago de Compostela
Mhm, es waren doch mehr als 15 km. In der nächsten Bar habe ich gefrühstückt. Und da kamen plötzlich Pilger mit Regensachen rein. Hatte es angefangen zu regnen?

Tatsächlich. So wie der Weg begann, so hörte er auch auf. Mit Regen. Windig, fast stürmisch war das Wetter heute. Es ging bis nach Lavacolla sogar noch einmal durch kleine Wälder. Der Anbau von Eukalyptus wurde verboten. Nun werden die Plantagen nach und nach mit anderen Baumarten bepflanzt.

Meist war es ruhig aus dem Camino. Schnell waren die Gruppenpilger in Hochgeschwindigkeit vorbeigerast. Danach war es wieder still.

Vielleicht wollten sie es noch zur 12.00 Uhr Messe schaffen. Ich habe schnell gemerkt, dass ich das nicht schaffen werde. So bin ich wieder dahingeteottet, wie an all den anderen Tagen auch schon. Das war auch erforderlich, weil der Schwindel (nein, ich habe nicht geflunkert) wieder da war. Pause machen, trinken und kurze Stücke laufen. Dann das Ganze wieder von vorn. So habe ich es geschafft.

Nach dem Monte de Gozo (dem Berg der Freude) ging es langsam aber sicher Richtung Großstadt.

Zum großen Monument bin ich nicht hingegangen. Viele der Pilgerherbergen auf dem großen Areal sehen so aus, als ob sie lange nicht mehr benutzt wurden.

An dem Schild war mal wieder Schlange stehen angesagt. Ein Pilger fotografiert den anderen Pilger.
Zur Kathedrale kann man sich nicht verlaufen, wenn man dem Strom der Pilger folgt.

Ich war gegen 13.45 Uhr auf dem großen Platz angekommen. Mit viel Juchei und Brimborium feierten sich die Gruppenpilger für ihre Ankunft.
Auch wenn es nicht so aussieht, habe ich mich gefreut den Camino gut gemeistert zu haben. Keine Blasen, keine Stürze, nichts vergessen oder verloren. Pilgerherz was willst du mehr?
Eine Compostela habe ich mir auch geholt. Der Mann am Schalter freute sich, endlich mal wieder einen Pilger zu treffen, der nicht nur die letzten 100 km gegangen war.

Jetzt noch Wäsche waschen, damit ich Flieger nicht so muffele. Ein paar Mitbringsel für die Familie einkaufen, Pimentos de Padron essen gehen und den Tag ausklingen lassen.
