Sarria- Portomarin
Ich habe endlich mal wieder richtig gut geschlafen. Keine „Kammer“-Jagd in der Nacht.
Und da es heute bis zu 27 Grad warm werden sollte, bin ich auch schon zeitig los. Die erste Bar zum Frühstücken machte um 7.00 Uhr auf. Halb acht war ich da. Und es gab sogar einen selbstgebackenen Churro zum Kaffee.
Zum Camino musste ich nur ein bisschen durch die Stadt. Und dann wurde es voll. Richtig voll. Nach Sarria beginnen die letzten 100 Kilometer, die die Pilger zum Erwerb einer Compostela gehen müssen.
Es war gut so zeitig den Camino zu beginnen. Es war nicht gut, dass zur Osterzeit zu machen. Die vielen Kurzzeit- und -streckenpilger sind nun auf dem Weg. Viele haben in der Osterwoche Urlaub genommen, um mal schnell die 100 km abzulaufen.


Und woran erkennt man die Neupilger noch, außer an der neuen Klamotten und den sauberen Schuhen? Sie nutzen wirklich jede Gelegenheit, um Stempel zu sammeln. Auch das hat den Camino verändert. Früher gab es tagsüber die Stempel in den wenigen Gaststätten und Bars. Jetzt stehen viele mobile Händler und bieten Stempel feil. Der Verkauf von Nippes aller Art ist unübersehbar. Aber auch eine mobile Polzeiwache vor A Pena verteilt Stempel. Komischerweise waren die nicht so nachgefragt.
Als zweites Frühstück gab’s es heute wieder mal eine Empanada. Auch die Gaststätten sind jetzt richtig gut besucht.




Kilometerlang ziehen sich die Mauern an den Feldern und Wiesen entlang. Was für ein Aufwand. Wie lange haben die Vorfahren wohl dafür gebraucht?
Doch dann ist es irgendwann so weit. Der 100-Kilometer-Stein ist erreicht. Da stellen sich alle brav an, um ein Foto zu machen.

Dann bin ich auch nur noch zweistellig unterwegs.

Der Weg zieht sich dann wieder so lang hin. Heute waren es wieder 23 km. Ich hatte gedacht, dass es nicht mehr so lange Etappen werden.
Und wie komme ich nach Portomarin rein?



Na ja, man steht am unteren Ende der Stadt. Zum Zentrum hoch braucht man nochmal stramme Waden.
Erst mal in den Supermarkt und Nachschub gefasst. Dann weiter zur Unterkunft. Das Schild zur Herberge ist in der falschen Straße angebracht. Mit einem Anruf konnte ich erfahren, dass der tatsächlichen Eingang in der nächsten Querstraße ist. Uff. Geschafft.

Die Kirche wurde beim Anlegen des Stausees Stein für Stein abgetragen und an dieser Stelle wieder zusammensetzt. Was für ein Aufwand für eine der besonderen romanischen Kirchen am Camino.
