San Juan de Ortega – Burgos
Die Herberge wurde noch voll. 22 Pilger haben da Platz. Und fast alle haben am gemeinsamen Abendessen teilgenommen. Kürbissuppe, Paella und Salat und ein Stück Quarktorte. Alles selbstgemacht, alles frisch, alles lecker.


Ich hatte ja mit meinem Bett in der Ecke ein wenig Glück. Ich lag nicht neben der Tür zu den Toiletten, wo ständig das Licht wegen dem Bewegungsmelder angeht. Geschlafen habe ich auch ganz gut. Und kalt war es auch nicht. 22 Pilger produzieren doch ganz schön Wärme. Es gab auch eine Heizung.
Am Morgen bin ich bei 1 Grad, immerhin Plus, gestartet.


Aber dann wurde es schnell wärmer. 18 Grad habe ich hier heute. In Agés war die Bar geschlossen. (Soll auch nicht so berauschend gewesen sein.) So ging ich nur mit meiner Blutdrucktablette, den Vitaminpillen und einem Löffel Honig im Bauch weiter bis nach Atapuerca. Das weitergehen hatte sich gelohnt. Der Ccl ( Cafe con leche), das kleine Baguette und die Palmera mit Schokoüberzug waren eine gute Gundlage für den steilen und holprigen Anstieg. Von 952 müN ging es einen 2 km langen Holperweg auf 1075 müN. Links vom Weg ist Militärgelänge. Der Zaun ist zwar nicht durchgehend geschlossen. Man könnte das Gelände betreten. Aber es wurden Schießübungnen gemacht. Besser Kopfeinziehen und schnell weiter. Dem Klang nach war es ein großkalibriges MG.
Kurz von dem Gipfelkreuz waren noch Steinkreise andeutungsweise zu sehen. Wer die und warum gemacht hat, weiß ich nicht.

Beim Abstieg wurde der Weg wieder vom örtlichen Wirtschaftsförderungsverein durch die Dörfer geführt. Ich folgte den alten Markierungen und dem alten GPX-Track. Ob das wirklich kürzer war, weiß ich nicht. Es war auf alle Fälle einsamer. Und dann standen die Blumen da. Ich weiß nicht, ob sie auch an den anderen Wegen standen. Ich sag mal nein. Es war mein persönliches Erlebnis.


In Orbaneja Riopico habe ich eine halbe Stunde Mittagspause gemacht und das kalte Wasser aus dem Pilgerbrunnen genossen.
Vor Burgos hat man zwei Möglichkeiten. Entweder man geht links oder rechts vom Flughafen durch das Industriegebiet. Ich habe mich für den rechten Weg entschieden. Denn ich wollte am Hotel „Buenes Aires“ ( was ja „gute Luft“ heißt) in den 8-er Bus steigen.
Auf dem Weg dorthin kam ich mit einem älteren Herrn mit rotem T-Shirt und einem CCCP-Aufdruck ins Gespräch. Auch er hatte eine Zeit in Saarbrücken gearbeitet. Dort hatte er aber mehr Französisch als Deutsch gelernt. Er begleitete mich bis zur Kreuzung an der Bushaltestelle. Dann habe ich eine halbe Stunde auf den Bus gewartet, mit dem ich für 1,20 € bis in der Stadt gefahren bin.
So, jetzt gehe ich noch zur Kathedrale und eine kurze Runde durch die Stadt.
