Portomarin – Eirexe
Ach nööö. Ich dachte ich bin endlich im Flachland angekommen. Aber denkste.

Aus Portomarin heraus ging es erst mal abwärts, um über den Stausee zu kommen.

2010 ging es noch über die Metallbrücke im Vordergrund. Die ist jetzt aber gesperrt. Besser so. Die war damals schon recht wackelig.
Auf der anderen Seite war wieder eine Entscheidung gefragt. Links „normal“, rechts „alternativ“. Ich habe mich für die Alternative entschieden. Kürzer und steiler. Das war doch mal eine Herausforderung am Morgen, um den Kreislauf in Schwung zu bringen.

Und wie vom Wetterdienst vorausgesagt, fing es an zu regnen. Nicht viel, aber beständig. Ich hatte den Rucksack schon entsprechend gepackt und konnte die Regenjacke schnell herausholen und überziehen.
Es ging dann bis auf 724 müN stetig bergauf bis zum Alto do Hospital. Dort habe ich meine Mittagspause gemacht. Und was gab’s? Natürlich ein Stück TdP und ein Kaltgetränk.

Zwischenzeitlich hatte ich eine kleine Pause an einem Rastplatz im Wald und danach in der Hosteria de Gonzar gemacht.
Auf der Bergrücken blies ein kräftiger Wind. So konnten die Sachen gut trocknen.
In Castromaior steht eine kleine Kapelle. Dort sitzt ein blinder Mann, dessen Hand du führen musst, damit die drei Stempel von ihm an der richtigen Stelle in der Credencial platziert werden.
Und das geschieht alles auf Spendenbasis. Ich finde es nur sehr schade, wie wenig Dankbarkeit der Mann erfährt.
Da lassen sich z.B. 20 portugiesische „Pilger“ ihre neuen Pilgerausweise abstempeln und spenden 2 Euro. Das sind 10 Cent pro „Pilger“. Manche geben auch gar nichts. Hauptsache die Stempel abgreifen für die Compostela.
Dafür wird dann von denen in der nächsten Bar das Geld für Essen und Trinken und zum Kauf von Pilgerkitsch ausgegeben. Leute, Leute, Leute. Das ist aber nicht mein Problem, sondern derer. Du triffst auf dem Camino alle Sorten von Menschen.

Der Himmel sieht den ganzen Tag lang nach Regen aus. Ab und zu kommen noch ein paar Tropfen, aber das Rausholen der Regenjacke lohnt nicht.
Ich hatte zwar in meiner Liste meine heutige Unterkunft grün (für bestätigt) markiert. Aber weder in den E-Mails noch sonstwo konnte ich meine Reservierung finden. Egal. Im Ort ist ja zur Not noch die offizielle Herberge.
An einem Bauenhof war dieses Schild. Ich habe es nicht vollständig fotografiert. Denn die letzte Zeile auf dem Schild lautet:“Beyond this Point“. Ich stehe vor dem Zaun. Was bin denn dann?

Als ich in Eirexe ankam, wusste die Frau von meiner Reservierung. Nach dem ich mein kleines Zimmerchen bezogen hatte, erinnerte ich mich, dass ich 2022 genau in diesem Zimmer schon übernachtet hatte. Damals war ich noch mal knapp einen halben Kilometer wegen dem Abendessen zurückgegangen. Heute nicht. Ich muss noch meine Reste aufessen.

Zum Glück war ich angekommen und konnte entspannen. Der Himmel verdunkelt sich und ein heftiges Gewitter ging nieder. Glück gehabt.
Meistens ist es so, dass es morgens bis ca. 8.00 Uhr regnet. Und nachmittags kommt der Regen dann wieder gegen 15.30 Uhr. Das ist so meine persönliche Erfahrung. D.h.: Nicht so zeitig losgehen und nicht so spät ankommen.
