O Cebreiro – Triacastela
Ostersonnabend
Gestern Abend war in der kleinen Kirche der Gottesdienst zum Karfreitag. Im Anschluss bekam jeder Pilger einen kleinen Stein mit einem gelben Pfeil drauf. Als Erinnerung.

Die meisten Tagesbesucher zündeten eine Kerze an. Das war ja mal richtig preiswert. So ein Grablicht für 1 Geldstück. Meist kostet ein kleines Teelicht ein halbes Geldstück.
Meine Nacht war wieder mal tierisch. Zwei kleine Hungerleider nach Blut konnte ich fangen. Da hatte ich die Idee, das Licht anzulassen. Hat nicht geholfen. Dafür habe ich schlecht geschlafen. Man darf sich nicht vom ersten Eindruck des Zimmers täuschen lassen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen so Bettvorleger und Tischdeckchen. Und die Betten immer schön von der Wand abrücken. So um die 10 Zentimeter. Das verlängert zumindest den Weg der Tiere zur Mahlzeit ein bisschen.
Ach ja, meistens ist es ja so, dass man irgendwann auch wieder runter vom Berg muss. So auch ich und alle anderen Pilger.


Von den knapp 23 km ging es nicht nur bergab. „Nein, nein, mein Freund“. Es ging auch immer wieder bergauf. 3,15 km bergauf und 8,90 km bergab. Der Rest muss wohl eben gewesen sein. Von 1.295 müN auf 679 müN. Die letzten 5 km vor Triacastela waren wieder mal die steilsten. 6 Stunden und 39 Minuten war ich heute unterwegs. Mit einem zweiten Frühstück und der obligatorischen Mittagspause habe ich auch diese Etappe geschafft.



Und plötzlich waren da wieder Pilger, von denen ich geglaubt hatte, die sind schon weit vor mir. Ein Ehepaar aus Kanada und zwei Frauen aus Frankreich. Vielleicht haben sie einen Tag Pause in Leon gemacht.

Ich verstehe nicht, warum die, meist männlichen Radpilger mit ihren Mountainbike und ohne Klingel wie die Bekloppten über den Camino rasen. Aber die hatten wahrscheinlich noch keine gebrochenen Schlüsselbeine. Ach, diese Jugend heutzutage.
Im Reiseführer von 2010 wurde die dicke Kastanie vor Triacastela als die Attraktion beschrieben. Sie hat wohl ihr Lebensende erreicht. Sie sieht ganz schön trostlos aus. Auch die früher vorhandenen wütende Hunde, die die Pilger anbellten gibt es nicht mehr.


2024 hatte ich keinen Platz in Triacastela bekommen und ich bin ca. 2 km zu einem Bauernhof gegangen. Das musste ich dieses Mal nicht. In der Unterkunft sind noch nicht so viele Pilger angekommen.
