Navarette – Najera
So, zum Frühstück habe ich mir mal ein „Englisches“ geleistet. Also zwei Spiegeleier und gebratenen Speck. Der Wirt meinte, dass das Kraft für den Weg gäbe. Und er sagte, dass es eine Umleitung von 2 km vor Najera geben würde. Na und? Heute sollten es doch nur 20 km sein. Da sollten die 2 km noch passen.
Der Weg schlängelt sich an der Autobahn entlang und durch viele Weinfelder.

Durch den Ort Ventosa bin ich nicht gegangen. Der wäre fast zur Hälfte der Etappe ein prima Ort für eine kleine Einkehr gewesen. Aber der Wirt in Navarette war sich nicht sicher, ob die Bar offen wäre. Nach dem Ort gaben aber einen großen Rastplatz. Den habe ich für mein zweites Frühstück genutzt. Zwei irischen Pilgerinnen konnte sich sagen, dass sie an Ventosa schon vorbei gelaufen sind.
Die Weinfelder sind schon fast alle beschnitten. Und neue Weinsröcke werden auch in Hülsen angepflanzt. So wie wir das in Carmens und Heidruns Wald auch gemacht haben. Nur sind die Hülsen nicht so hoch. Dafür ist der Boden steinreich.

Die meiste Zeit geht der Weg ja von West nach Ost. Und so wirft der gemeine Pilger auch am Morgen einen langen Schatten seiner selbst.

Vor Najera war tatsächlich die Straße gesperrt. Eine Umleitung war nicht so richtig ausgeschildert. So bin ich kurzentschlossen über eine Brücke von der ich den Weg sehen konnte. Dann einen kurzen steilen Abstieg runter. Und schon war ich wieder auf dem Weg.
Als ich in Najera ankam, war die Frau im Hostal erstaunt, dass ich schon da war. Und dabei bin ich erst nach halb neun in Navarette los. Es lief sich heute einfach so weg. Lag es am Hörbuch das ich hörte, am reichlichen Frühstück oder war der Rucksack nicht ganz so schwer? Egal.
Damit ihr seht, was der allgemeine Pilger so an ungesunden Sachen in sich reinstopft, habe ich mal ein Foto vom Einkauf gemacht.

In der Region Navarra war das Wasser aus der Leitung durchaus trinkbar. Hier in La Rioja ist es teilweise stärker gechlort. So kaufe ich lieber 1,5 l Wasser in der Flasche. Chorizo, Käse, Brot und Yogurt sind die Hauptbestandteile des täglichen Pilgermenüs. Ab heute habe ich auch noch eine Sprayflasche mit Olivenöl.
Es ist billiger sich das Radler fertig zu kaufen, als es sich selbst anzumischen. Als Leckerlis gibt es Waffeln, Schokolade und Napolitanas.
Am Nachmittag habe ich noch das Kloster „Stanta Maria la Real“ besichtigt. Für Pilger gibt es keinen Spezialpreis. Aber für Rentner.
Hier sind ein paar Bilder aus dem Kloster.






Der König Sancho III. verlegte als Wirtschaftsförderungs- und Wiederansiedlungsmaßnahme kurzerhand mal eben den Camino Frances und führte ihn durch die Stadt. Das führte Stück für Stück zum Aufschwung.
