Los Arcos – Viana
Ganz schön frisch heute morgen beim Losgehen. Ganze 7 Grad und ein bisschen Wind. Wärmer als 10 Grad wurde es heute auch nicht. Da läuft zwar die Nase aber auch sonst ist das Wetter gut zum Laufen.


Heute waren es ja nur 20 km. Und nach zirka der Hälfte der Strecke kamen die beiden Dörfer San Sol und Torres del Rio. In Torres del Rio und in Eunate gibt es die beiden einzigen Kirchen mit einem oktagonalen Grundriss. Also achteckig. Haben sich die Templer wohl damals so ausgedacht. Von der romanischen Kirche ist nur noch ein kleiner Teil übrig. Eine Frau machte eine kleine Führung. Zwar auf Spanisch. Vieles erschloss sich jedoch von selbst, wenn man Interesse an Geschichte und Architektur hat. Viele Pilger holen sich nur ihren Stempel in der Kirche und schenken den Besonderheiten nicht viel Aufmerksamkeit.


Bis nach Viana schlängelt sich der Weg bergauf und bergab durch die Landschaft. Die Weinstöcke und die Olivenbäume sind geschnitten und werden wohl in den nächsten Wochen wieder mächtig austreiben.
An Sitzgelegenheiten mangelt es auf dem Weg. Wenn ich eine Pause machen möchte, muss ich mir ein Plätzchen am Wegesrand auf der Erde suchen. Das macht bei dem feuchten Boden nur bedingt Spaß.


Unterwegs bin ich mit einem Kanadier ins Gespräch gekommen. Er ist auch Wiederholungspilger. Dieses Jahr kann er nur bis Ponfereda gehen. Mehr Zeit hat er nicht. Einige deutsche Pilger haben mich überholt. Und die Pilger, mit denen ich gemeinsam in Roncesvalles gestartet bin, trifft man immer mal wieder. Andere Pilger, die in Pamplona gestartet sind, trifft man zum ersten Mal. (Deren Schuhe sind noch so schön sauber.)
In Viana konnte ich mich an die Kirche und die kleine enge Hauptstraße durch das Zentrum erinnern. Das Portal der Kirche konnte ich nicht gut fotografieren, weil der Zaun geschlossen war.

In einer kleinen Herberge im Stadtzentrum habe ich bei einem Engländer Quartier bezogen. Er hat einen Hund, der von jedem Neuankömmling ein Stück Hundekuchen bekommt. Wir werden wohl nicht beste Freunde werden.


So, jetzt muss ich noch einkaufen. Meine Vorräte sind fast aufgebraucht.
