León – Villadangos del Páramo
So, eine Frage an alle Rechenkünstler: Wenn es gestern früh Null Grad hatte und heute früh zwei Grad, ist es dann 200 Prozent wärmer geworden??? So eine Affenhitze. Ist ja kaum auszuhalten.
Heute ist mein Tag 21 auf dem Camino. Das sind ja volle drei Wochen. Wenn das so weitergeht, dann ist es ja bald ein ganzer Monat. „Wer hat an der Uhr gedreht…“
Eine Wahl zwischen Pest und Cholera gab es heute nicht, denn es gab nur beides im Doppelpack.
Erst ging es 8 km lang über Betonplatten und Asphalt aus der Stadt. Dann ging es weiter zwischen N 120 und der Autopista AP 71. Das alles meistens auf hartem Untergrund. Meine Empfehlung: Lasst diese Etappe aus und nehmt den Bus nach Astorga. Es sei denn, ihr wollt unbedingt in Virgen del Camino die Kirche besichtigen.


Das kann sich der einfache Pilger natürlich nicht leisten.
Bei meinem Frühstück bemerkte ich zu spät, dass die Bar auch Churros anbot. Da hatte ich meine Tostadas aber schon gegessen.
Wer noch einen günstigen Weinkeller sucht, kann hier fündig werden. Oder auch einfach anderen Krempel reinstellen. Da findet sich doch in jedem Haus etwas, was da reingehen könnte.

Obwohl es heute nur 23 km waren, zog sich die Etappe wie ein alter Kaugummi in die Länge.
In dem Ort La Virgen del Camino bin ich wieder in die Kirche. Einerseits um sie zu besichtigen, andererseits war es Zeit für eine Pause. Denn da hatte ich schon fast 10 km auf der Uhr. Und da die Kirche für die Semana Santa vorbereitet wurde, konnte ich auch in der Sakristei einen Stempel bekommen.



Was ist denn das? Nur noch ein kurzes Stück und die Drei an der ersten Stelle verschwindet schon?

In Valverde de la Camino saßen die Störche auf dem Kirchdach. Auf einer kleinen Holzbank habe ich ein kurzes Päckchen eingelegt und einen Müsliriegel verdrückt.




Aus der Ferne konnte man den Ort schon sehen. Aber es zog und zog sich immer noch. Im Hotel „Avenida III“ hatte ich das letzte Mal übernachtet. Heute ging es weiter zur Albergue“La Santa Siesta“. Obwohl das in der Semana Santa auch noch so Siesta-mäßig ist?


In León sind viele „Neupilger“ gestartet. Woran ich die erkenne? Nun es gibt da mehrere Merkmale:
- Die Schuhe und Hosenbeine sind noch sehr sauber.
- Sie haben sich noch so viel zu erzählen.
- Sie gehen sehr schnell. Machen kaum Pausen.
Das wird sich in den nächsten Tagen noch ändern…
