Hornillos del Camino – Castrojeriz
Nach der geruchsvollen Nacht bin ich zeitig aufgestanden. So zeitig wie noch nie zuvor. Ich wollte nur weg. Irgendwann hatte ich die Nase wieder frei.
In der Herberge habe ich mir noch 4 Scheiben Toastbrot mit Rama (keine Butter) und Kirschmarmelade einverlaibt (ich hoffe, dass das mit „ai“ richtig ist, denn ich habe es ja in meinen Laib geschoben.
Nach einem kurzen Anstieg kommt man endlich auf die Hochebene. Ganz flach ist diese nicht. Ab und zu geht es kurz bergauf und bergab. Aber ansonsten kann man am Morgen schon sehen, wer zum Kaffeetrinken kommt. Am Morgen war es noch recht kühl. Und auf der Hochebene kam der Wind aus Nord-Ost. Immer schön aufs Ohr. Da half nur die Kapuze aufsetzen.



Nach knapp 10 km war auf der rechten Wegseite ein Schild zu einer Bar. Yeah, die kannte ich schon. Schnell abbiegen und ein zweites Frühstück genießen. Meine Mitpilgerinnen Michelle und Alex kamen wenig später und genossen ebenfalls ihr Frühstück.

In der Landschaft standen ca. 50 Windmühlen. Und alle standen still. Äh, wird hier kein Strom benötigt? Was kostet es so ein Ding zu bauen? Und wie sinnvoll ist es die Dinger still stehen zu lassen? Ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis in Ordnung?
Dann ging der Weg bis nach Hontanas noch 2 km weiter. Und du vermutest nicht, dass da ein Dorf sein kann. Erst kurz vor dem Ort öffnet sich das Tal mit dem Ort drin.

Wo es berg ab geht, geht es auf der anderen Seite auch wieder bergauf. Den Weg konnte man schon in der Ferne erkennen.


Von über 900 müN schlängelte sich der Weg abwärts auf ca. 800 müN. Immer wieder sieht man die Felder zwischen den Hügeln. Dann steht man vor den Ruinen des Klosters San Juan.


Das war noch einmal ein guter schattiger Platz, um sich für die letzten zweieinhalb Kilometer vorzubereiten. Nach 40 Minuten waren die auch abgespult. In Castrojeriz ist das heutige Ziel die Herberge “ La Rinconada“.
Und da das die erste Herberge im Ort ist, hatte ich so meine Befürchtungen, dass der Pilger mit seinem besonderen Odeuvre hier wieder auftaucht. Ich konnte mir für ein kleines Aufgeld ein Einzelzimmer buchen. Ok. Sicher ist sicher.
Zum Einkaufen musste ich in das Ortszentrum gehen. Das waren noch mal ca. 1,5 km für eine Strecke. Auf dem Rückweg von ich noch zur Kirche „Nuestra Señora del Manzano“ gegangen. Leider war die Kirche geschlossen. So habe ich nur ein paar Außenaufnahmen und Details fotografiert.


Eine gemischte Gruppe traf sich um Abendessen. Zwei Spanier, zwei Deutsche, eine Amerikanerin, eine Französin und ein Ire. Welch illustre Runde. Wir haben über Brot, Whiskey, Caminos und Gott und die Welt philosophiert. Es war ein schöner Abend.
