Estella – Los Arcos
Man sagt ja, dass Rom auf sieben Hügeln erbaut sei. Estella mindestens auf zwei. Aus der Stadt ging es erst einmal wieder steil bergan. Mit einer kleinen Umleitung wegen Straßenbauarbeiten.


Und dann hätte ich doch fast eine wichtige Station auf dem Camino verpasst. Die Bodega Irache. Hier werden jeden Tag für die Pilger und alle anderen Durstigen 100 Liter Wein bereitgestellt. Ich habe nur einen kleinen Schluck probiert. Ich hatte ja heute noch 20 km vor mir. Die werden schon nicht ihren besten Wein ausschenken. Ich habe Erzählungen gehört, dass einige Pilger von hier nicht weiter gekommen sind, sondern per Taxi in eine Unterkunft gebracht werden mussten. Der Wein hatte es ihnen angetan.

Vor der Bodega ist noch ein Kunstschmied. Der hatte saisonbedingt noch geschlossen. Aber hier ist der Beweis: Die ersten 100 Kilometer nach Roncesvalles sind geschafft.

Der Weg verlief dann teilweise durch Steineichenwälder. Aber Schweine, die die Eicheln für den guten Schinken fressen sollen, habe ich keine gesehen.

Nach einer asketischen Frühstückspause in Ázqueta (ohne Kaltgetränk und schokohaltigem Kleingebäck) schlängelt sich der Weg so durch die offene Landschaft. Interessant war, welche Rebsorten hier jetzt neuerdings angebaut werden. Mal sehen, ob unser Weindealer auch so etwas im Angebot hat.

Dann schon fast die Einsamkeit, die ja erst in der Mesata folgen soll. In den paar Dörfern durch die ich kam waren die Läden geschlossen oder existieren gar nicht mehr.
5 km vor Los Arcos dann eine Stelle an der ein Food-Truck stehen sollte. Der ist entweder noch in Winterpause oder er hat wegen Reichtum geschlossen. Man weiß es nicht. Aber hier waren ein paar provisorische Sitzgelegenheiten, wo ich meinen 2. Apfel und die restlichen Wurstscheiben und ein Stück Käse essen konnte.


Los Arcos ist so typisches langgestrecktes Spanisches Dorf. Fast am Ortsausgang ist die Albergue Casa de la abuela. Also „das Haus der Großmutter“. Und untern Dach juchhe, da wo der Sperling seine Jungen hat (klingelst da?) ist mein heutiges Zimmerchen.


Meine Wäsche habe ich mal zum Waschen gegeben. Für je drei Geld für die Waschmaschine und den Trockner lässt der feine Herr Pilger heute mal waschen. Die Handwäsche würde bei den Temperaturen bis morgen früh nicht trocken werden. (Tolle Ausrede…)
Und da es hier nichts weiter gibt, gibt es um halber sieben Abendessen.
