Burgos – Hornillos del Camino
Mit der Nr. 8 bin ich in die Stadt rein, mit der Nr. 12 wieder raus. Bis zum Campus der Universität.
Und was soll ich sagen, diese jungen Menschen heutzutage. In der Berliner S-Bahn würde so was nicht passieren, dass alle am Einstieg stehen bleiben und nicht nach hinten durchgehen. So habe ich mich rücksichtslos mit meinem Rucksack durch die jungen Menschen gezwängt. Hat aber so richtig niemanden gestört.
„Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer. (Sokrates, 470-399 v.Chr.)
Nichts, aber auch gar nichts hat sich seit dem geändert. Unglaublich.
Der Weg schlängelt ich dann so immer bergan durch die Landschaft. Und hinter jeder Biegung ging es weiter aufwärts.


In Rabé de las Calcadas gibt es eine kleine Marienkapelle. Dort verteilt eine alte Señora nicht nur kleine Marienangänger, sondern sie spendet auch noch einen Pilgersegen. Obwohl es in der Kirche recht kühl war, die Hände der alten Frau waren warm. Ein ganz besonderer Moment.

Weiter durch hügelige Felder ging der Weg bis nach Hornillos del Camino. Und wenn man dann von der Windmühle in der Ferne das Turbinenhaus sehen kann, dann weißt du, dass es ja nicht mehr weit sein kann. Und doch bist du noch immer nicht da.





Heute musste ich mal ein paar Euronen abschreiben. In der staatlichen Herberge soll es so kleine Tierchen in den Betten geben. Da habe ich ja mal gar keine Lust drauf. Obwohl ich da ein eigenes Zimmer gehabt hätte, habe ich doch lieber darauf verzichtet. Vorsicht ist besser als zerstochen zu sein. Und das juckt auch so fürchterlich. Aber Pilger, die sich einmal diese kleinen Fieslinge eingefangen haben, verteilen sie dann auch auf die nächsten Herbergen. Und was sollen die dann machen? Sie sehen ja nicht, wer die Dinger mitbringt. Und sie wieder loswerden ist wohl auch nicht so einfach…
