Eirexe – Melide
Was für ein Tag. Wolkenverhangen, windig und kühl. Das Etappenprofil war nicht ganz so anstregend, aber es ging immer wieder hoch und runter.
Der Vorteil, wenn man azyklisch unterwegs ist, es sind nicht so viele Pilger auf dem Camino. Heute waren gefühlt weniger Pilgergruppen unterwegs. Schon richtig leer hier.


In Eirexe gibt es keine Bar, in der ich frühstücken konnte. So bin ich die 2 km bis nach Portos (Ist das der Ort, der mal einem der vier Musketiere gehört hat?) gegangen. Eine Scheibe Brot mit Tomaten und Olivenöl und eine Tasse Ccl.


Nach einigen Aufs und Abs, wurde es in Palas de Rei wieder voller. Und der Weg wurde durch die Landschaft geführt. Nicht auf der kürzesten Strecke. Da war ein bisschen Phantasie gefragt, um nicht jeden Schlenker mitzumachen.

Heute war mir irgendwie „komisch zumute“. Es lag aber nichts in der Luft. Der Gurt vom Rucksack drückte auf den Bauch, sodass ich stärkere Schmerzen hatte. Egal, wo ich den Gurt platzierte.
In einem kleinen Ort nach Palas de Rei habe ich schon kurz vor halb 12 meine Mittagspause gemacht. Ich wusste gar nicht, dass die Spanier so schlechte Torilla de Patatas machen können. Da schmeckt die ja aus dem LIDL in der spanischen Woche besser. Ich habe nicht alles aufgegessen.

Ich habe dann zur Füllung des Magens noch einen Müsliriegel gegessen. Das war vielleicht ein Fehler, wie sich später noch herausstellen sollte.
So bin ich hörbuchhörend durch die Landschaft geschlurft. Mir ist es nicht gelungen, meinen Puls unter Kontrolle zu bringen. Zu schnell war ich nicht, zu steil war es eigentlich auch nicht. Aber der Puls immer über 130. Nee, das war gar nicht gut.
Bevor man Melide erreicht, geht es noch einmal ein kurzes steiles Stück, keine 100 m bergab. Als ich vom Weg aufsah, wurde mir plötzlich ganz schön schwummerich. Oh, oh. Zum Glück hatte ich meine Stöcke im Einsatz und am Fluss war eine kleine Mauer. Erst mal den Rucksack abwerfen und eine Pause machen.

Bis zum Ziel waren es noch knapp zwei Kilometer. Irgendwann ging es dann wieder. Und ich bin zur Unterkunft geschlichen. Vor der Ankunft war ich noch bei Eroski (Lebensmittelladen und nichts anderes!) einkaufen.
Für die Herberge musste ich mich im danebenliegenden Hotel anmelden. Eine Magnetkarte öffnet die Türen zum Haus und zum Zimmer im 4. Stock. Zum Glück gibt es einen Fahrstuhl.

Hatte ich schon gesagt, dass das heute nicht mein Tag ist?
Beim Rucksackauspacken stellte ich fest, dass mein Olivenöl sich selbstständig gemacht hatte. Ja, es ist gesund, aber wenn alle Sachen darin schwimmen, ist es nicht lustig. Alles was in dem Lebensmittelbeute drin war, schwamm. Der war aber nicht mehr ganz dicht. Auch die Beutel mit den Sachen und dem Schlafsack haben eine Ölung bekommen.
Sachen müsste ich ja sowieso mal wieder waschen. In der Nähe gibt es zwei Waschsalons. Ich habe, alles was ging, eingepackt und ab zum Waschsalon.
So, nun sitze ich hier in der Ecke und warte auf das Ende des Trockners.

Ich hatte eine große Plastiktüte, um alle Sachen vor Regen zu schützen. Die ist natürlich auch voll Öl. Nun ist die große Frage, regnet es in den nächsten Tagen? Oder muss ich versuchen das Teil sauber zu bekommen.
