Trabadelo – O Cebreiro
Karfreitag
Die Nacht war nicht so toll. Im Nebezimmer war eine Niederländerin mit einem kleinen Hund. Und bei der typischen Trockenbauwandstärke war der immer zu hören. Keine guten Schwingungen und keine gute Energie. Auch das ist der Camino.
Nicht von Null auf 100, sondern von 539 auf 1.307 müN. Bei einer Stecke von 21,39 km ging es immer bergauf. Na ja, kurz vor dem Ziel ging es dann doch noch auf 1.297 müN wieder runter. Welch ein Abstieg.
Ich hatte mir ein Frühstück bestellt. Das stand am Morgen auch bereit für mich. Mit allem Schnick und Schnack. Müsli und Yogurt, Brot, Butter und Marmelade, ein Tetrapäckchen Saft, Kaffee und Mich. „Todo completo“ sozusagen. 8.30 Uhr bin ich gut gestärkt los.

Und da wir kurz vor Ostern sind, schrieb damals (die Älteren werden sich erinnern) der Freiherr J. W. v. Goethe im Osterspaziergang: „Solch ein Gewimmel möcht ich sehn.“ Ja, heute waren viele Pilger mit Minimalgepäck auf dem Weg.

Die erste Pause zum zweiten Frühstück habe ich in der Bäckerei in Vega de Valcarce gemacht. Ein Stückchen Quarktorte und ein Ccl.

Bis nach La Faba war die Steigung „moderat“. Hier war es an der Zeit für die Mittagspause. Eine Tortilla de Patatas und gleich zwei Kaltgetränke mussten die leeren Speicher wieder auffüllen.
Ab La Faba ging es dann noch einmal richtig zur Sache. Auf den letzten 5 km knapp 500 Höhenmeter. Uff. Der Blick ins Tal zurück war weit. Welcher Pilger blickt schon zurück? Ich bin trotzdem öfter mal stehengeblieben. Ich wollte den Puls nicht unnötig in die Höhe treiben.



Ab diesem Schild sind wir in der Autonomen Gemeinschaft Galicien, in der Provinz Lugo. Galicien ist als „Waschküche Spaniens“ bekannt. Weil es hier viel regnet. Heute waren es 22 Grad und Knallesonne. Die Bäume, die früher ein wenig Schatten gespendet haben, hat der Bauer abgeschnitten. Schade.
Endlich oben. Endlich angekommen. O Cebreiro scheint so ein Ausflugsziel zu sein. Viele kleine Geschäfte mit Krimskram. Und viele Wochenendbesucher.
Die Suche nach der Unterkunft war nicht ganz einfach. Denn es gibt zwei gleichnamige Beherbergungsbetriebe. Ein Hotel und eine Albergue. Ich bin in der Albergue gelandet.

Ach ja, ich bin jetzt 4 Wochen auf dem Camino unterwegs.
